Herzschmerzbalsam.

Die langen Haare vom Wind zerzaust. Den Kopf tief im Schutz des wolligen Schals vergraben. Die samtenen Hände in den Hosentaschen. Ein fragiles, unersetzbares kleines Lichtwesen in all ihrer bescheidenen Pracht. Nostalgie. Erinnerungen werden wach. Doch dieses mal ist etwas anders. In all diesem Strom an schmerz schwimmt nun etwas anderes mit. Auffällig. Sich aufzwingend. Mit einem riesigen Drang nach Aufmerksamkeit. Warme wohltuende Freude und unendliche Dankbarkeit. Wir alle erklimmen Tagein Tagaus unseren Persönlichen Mount Everest. Wir kämpfen mit steilen Wänden, spiegelglatten oberflächen und brüchigem Werkzeug. Wir fallen oft, ziehen uns Brüche und Schürfungen zu. Wir weinen, fluchen, jubeln. Die Kunst an diesem Bergsteigen liegt nicht darin, nach oben zu kommen oder jedes Problem zu umgehen, sondern darin mit all diesen Wunden und Schwierigkeiten umzugehen. Wir Menschen werden niemals in der Lage sein, emotionale Tiefschläge komplett zu verarbeiten. Das ist aber auch nicht der Sinn der Sache. Es wird immer Momente geben an denen uns die Gefühle überwältigen, aber wir können lernen, damit klarzukommen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

~ von strassenphilosophie am 24. Dezember 2011.

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