Fremdsprachen.

•12. Januar 2012 • 1 Kommentar

Er wollte gerade in seinen Apfel beissen, als ihn die Erkenntnis wie eine Abrissbirne traf. Sein Herz setzte für eine gefühlte Ewigkeit aus. Zitternd griff er nach seinem Trinkschlauch um sich mit ein Paar Schlücken wein zu beruhigen. Jahrelang hat sie in einer mir unverständlichen Sprache zu mir gesprochen. Ich habe zugehört, fasziniert und verzaubert. Ich mag den Klang dieser Sprache, auch wenn ich kein Wort verstehe. Dies war meine Erklärung. Deshalb liess ich sie gehen und folgte ihr nicht. Es gibt Sprachen, die wir nicht verstehen, deren Klang uns aber gefällt. Wir lauschen ihnen, bis wir uns an alle ihrer Laute gewöhnt haben. Dann kommt der Schritt der Entscheidung: Wir hören auf zu lauschen, lassen sie liegen und gehen unseres Weges. Oder wir fangen an, die Wörter nach zu sprechen. Fangen an zu verstehen und zu begreifen. „Es ist niemals zu spät um umzukehren.“ Mit ihrem Worten im Kopf machte er sich auf, um die Wandersfrau zu finden. Es wird Zeit, die Fremdsprache zur Muttersprache zu machen.

Ehrliches Reden.

•3. Januar 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt Leute, die durchgehend durch extrem rebellisches Handeln auffallen und sich dadurch als „Individualist“ deklarieren wollen. Ihr Leitspruch ist dabei in etwa folgender: „Ich mache dies nicht um aufzufallen. Im gegenteil. Mir ist egal was die Anderen über mich denken.“ Schauen wir uns das ganze doch einmal genauer an. „Ich mache dies nicht um aufzufallen, IM GEGENTEIL“ Also sollen die provokanten Handlungen dazu dienen, dass das Individuum WENIGER auffällt. Klingt leicht widersprüchlich. Nächster Punkt: WIESO sagt diese Person das? Normalerweise geben wir unsere Meinung nur zum besten, wenn wir bei unserem Gegenüber eine Reaktion hervorrufen wollen. Entweder wollen wir uns rechtfertigen, weil wir uns angegriffen fühlen oder wir wollen den anderen von unserem Standpunkt überzeugen. Also interessiert uns was die anderen sagen oder denken. Würde unsere Gesellschaft uns es erlauben, ehrlich zu uns selbst zu sein, würden solche Lügengewirre erst gar nicht entstehen.

Herzschmerzbalsam.

•24. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Die langen Haare vom Wind zerzaust. Den Kopf tief im Schutz des wolligen Schals vergraben. Die samtenen Hände in den Hosentaschen. Ein fragiles, unersetzbares kleines Lichtwesen in all ihrer bescheidenen Pracht. Nostalgie. Erinnerungen werden wach. Doch dieses mal ist etwas anders. In all diesem Strom an schmerz schwimmt nun etwas anderes mit. Auffällig. Sich aufzwingend. Mit einem riesigen Drang nach Aufmerksamkeit. Warme wohltuende Freude und unendliche Dankbarkeit. Wir alle erklimmen Tagein Tagaus unseren Persönlichen Mount Everest. Wir kämpfen mit steilen Wänden, spiegelglatten oberflächen und brüchigem Werkzeug. Wir fallen oft, ziehen uns Brüche und Schürfungen zu. Wir weinen, fluchen, jubeln. Die Kunst an diesem Bergsteigen liegt nicht darin, nach oben zu kommen oder jedes Problem zu umgehen, sondern darin mit all diesen Wunden und Schwierigkeiten umzugehen. Wir Menschen werden niemals in der Lage sein, emotionale Tiefschläge komplett zu verarbeiten. Das ist aber auch nicht der Sinn der Sache. Es wird immer Momente geben an denen uns die Gefühle überwältigen, aber wir können lernen, damit klarzukommen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Trümmer.

•10. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Wir leben in dem Glauben, dass wir in den Himmel oder die Hölle kommen oder sogar wiedergeboren werden. Was aber wenn es nichts davon gibt? Wenn all der Glaube an etwas höhere umsonst ist? Wenn unser Ende so endgültig und enttäuschend ist, wie das Ende von Lost? Und was wenn wir nur im Hier und Jetzt und nicht irgendwann später die Chance haben für etwas mehr Himmel oder Hölle zu sorgen? Und wenn über uns kein höheres Wesen richtet, sondern wir selbst? Dann sollten wir langsam anfangen, die Scheiße hier aufzuräumen.

Du schaffst das.

•20. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Tropfen rinnen die Steinmauer hinunter. Gezimmert aus aalglatten Steinen. Ab und an dann doch ein Bauteil, das herausragt. Prädestiniert um Halt zu finden. Hinlangen. Festhalten. Hochziehen. Bäm. Der Putz bröckelt. Sturz. FUCK! Stocksauer liegt sie am Boden. Nicht schon wieder. Was soll der Scheiß?! Wie oft bin ich schon hochgeklettert?! Wie oft wieder runtergestürzt?! Jedesmal wenn ich versuche halt zu finden, zerbricht alles und ich falle. Scheiße Scheiße Scheiße! Ich hab kein Bock mehr. Hat doch alles keinen Sinn mehr.

Wir sitzen hier oben. Beobachter. „Wieso?“ „Hm?“ „Wieso? Schau sie an. Wie oft hat sie versagt? Wie lange probiert sie schon und versagt doch jedes mal?“ Ich lächle und schüttel den Kopf. „Wie lange versagt sie und probiert es doch noch einmal?“ Werf ich ihm breit grinsend zurück? „Du bist grausam“ spuckt er mir angewidert ins Gesicht. „Wieso?“ „Jedesmal wenn sie am Aufgeben ist und auf die sanfte Umarmung wartet, die sie alles vergessen lässt, kommst du und fachst das Feuer erneut an, nur um sie wieder versagen zu sehen.“ Belustigt heb ich die Flasch an meinen Mund und entgegne: „Du siehst es nicht.“ Entrüstet kommt zurück: „Ich habe die Augen, die alles durchdringen und du behauptest ich sehe etwas nicht??“  “Du siehst was du sehen willst. Du siehst ein miserables Geschöpf, das nicht würdig ist hier oben zu sitzen. Du denkst, dass sie dort unten liegt, sei so richtig. ICH sehe eine Frau die vor dir lächelnd steht, Arme in die Hüften gestämmt, während du vor ihr im Dreck kniest. Du siehst was jetzt ist, ich sehe was sein wird. Du vertraust in dich und deine Kraft, zu unrecht. Ich glaube an sie, zu recht. Lass sie noch 2 weitere Jahre Tag für Tag die Mauer herabstürzen. Nach 2 Jahren kann sie die Mauer schneller erklimmen, als du sie mit deinen Flügeln emporfliegen kannst. Ich bewundere und Liebe sie.“ Überrascht und ungläubig rümpft er seine Nase: „Du bewunderst sie? Du blickst auf sie herab!“ „Von oben habe ich den Überblick. Von unten sehe ich nichts weiter als ihre Schuhe oder Unterwäsche. Was ich sehen will, sehe ich von hier Oben. Nichtmehr lange und wir beide werden hier Oben sitzen und in Anekdoten schwelgend auf die Mauer blickend sitzen. Ich vertraue ihr Blind.“ Kopfschütteln. „Du bist verrückt.“ „Ich weiß. Sonst wäre das alles hier nicht möglich.“ erwidere ich, und stürze mich hinab um ihr ein weiteres mal aufzuhelfen.

Erfahrungsfragen.

•11. November 2011 • 1 Kommentar

Als Kind habe ich immer interessiert das Leben meiner Eltern beobachtet. Wie sie in die Arbeit gingen, zuhause von den chefs erzählten oder uns in die Arbeit mitnahmen, wo die Chefs ihr Chefdasein fristeten. Ich weiß nicht was meine Schwestern bei all diesen Anblicken empfanden oder dachten. Vermutlich versuchten sie sich etwas von dem verantwortungsvollen Lebensstil abschauen. Sie haben immer sehr gut auf mich aufgepasst, daran besteht kein Zweifel. Doch ich saß einfach nur da und empfand nichts anderes als Trauer und Mitleid. Wahrscheinlich weil ich der einzige war, der die Fesseln sehen konnte, die jeder mit sich herumschleppte. In meiner Jugend dominierten hauptsächlich empathie und Wissensdurst mein Inneres. Überzeugung. Motivation. Glaube an das Gute. Heute bin ich nichmal mehr von mir selbst überzeugt. Motivation, bisher unnötig weil es nichtsmehr gibt, was es wer wäre, sich aqnzustrengen. Ja ich glaube, dass so etwas wie das ‘Gute’ gibt, doch nichtmehr daran, dass die Menschen es in sich tragen.

Willensfragen

•2. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Wille. Wir benutzen dieses wort bzw. Jeden Teil dieser Wortfamilie sehr freizügig. Wir erledigen Dinge auf unsere Weise, weil wir das so wollen. Wir wollen Ziele erreichen, Materie besitzen usw. Dabei sind wir sehr Stolz auf unseren „freien Willen“. Weil wir das selbst für uns so entschieden haben. Wir halten uns für 100% selbstbestimmt. Wer sich ein wenig mit Marketing auskennt, weiß wie illusionär diese Vorstellung ist. Wir sind täglich zigtausend verschiefenen Einflüssen ausgesetzt, die unser Handeln beeinflussen bzw. Sogar bestimmen. Alle unserer Handlungen sind nur Reaktionen. Und Durch unsere Reaktionen entstehen weitere Reaktionen auf die weiter reagiert wird usw. Zurück zu den Einflüssen. Wir nehmen nur eine Anzahl davon an bzw. Wenden diese an. Wir suchen uns die aus die uns sofort zusagen. Unsere Entscheidungskriterien haben sind im Laufe der Jahre durch unsere Erfahrung geformt worden. Je länger jedoch die Impressionen, die wir ablehnen auf uns einwirken und je stärker ihr druck auf uns, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese annehmen. Wir sehen also wie fragil unser eigener Wille ist und dass er sogar extrem fremdbestimmt ist. Das Macht aber nichts! Im Endeffekt ist unser freier Wille nichts weiter als die Stärke zu unseren Entscheidungen zu stehen und sie zwar der situation anzupassen (hallo darwin!) Aber sie niemals auf grund eines externen zwanges einfach fallen zu lassen! Das ist was uns Menschen ausmacht.

Umwege.

•21. Oktober 2011 • 1 Kommentar

Federleicht liegt die Zigarettenschachtel in der Hand. Die Verpackung auffällig gestaltet, doch trotz allem ist diese kleine Schachtel recht unscheinbar. Okay wir wissen was darin verborgen ist. Wir wissen alle, dass es ungesund ist. Doch das ist nur die Oberfläche auf der wir herumkratzen wie orientierungslose Maulwürfe. Nein ich rede nicht von den Zusatzstoffen und all den modernen alternativen die es jetzt dazu gibt. (die alle natürlich „gesünder“ und günstiger sind.) Ratlos wirft er die Schachtel immer wieder in die Luft. Er bemerkt auf einmal, wie schwer diese Schachtel doch liegt. Nicht in physischer weise gesehen. Würde er die Schachtel auf eine Waage legen, würde die Waage das selbe Gewicht wie bei jeder anderen Schachtel dieser Marke anzeigen. Doch trotzdem steckt mehr darin. Ein Paket voller Entscheidungen und Konsequenzen. Komm schon! Nur einmal! Probiers doch mal! Ein unerwarteter Schub vollgepackt mit Aggression pulsiert durch seinen Körper. Nach einem lauten quietschen und knatschen liegt die Packung samt Inhalt zerdrückt in seiner Hand. Einzelne Tabakbrösel träufeln auf den Teppich. „Es bleibt niemals nur beim Ersten mal.“ Knurrt er und wirft den Tabakschund in den Mülleimer.

In der Wohnung hängt eine Luft als hätte er die komplette Schachtel innerhalb von 360 Sekunden verdampft. Allein der Gedanke an das Kraut schnürt ihm den Hals zu.  Raus auf die Veranda. Selbst die erdrückende Hitze draussen ist erträglicher als der gedankliche Smog, der sich drinnen ausgebreitet hat. Doch er schweift ab. Das ist nicht das, was er denken wollte. Nicht das, über das er NACHdenken wollte. Nicht das, was er seine Gedanken erzählen lassen wollte. Ein tiefer Atemzug. Nicht denken um ein Problem zu lösen. Nicht denken um eine Aufgabe richtig zu lösen oder korrekt zu antworten. Einfach nur denken um zu denken. Und so beginnt es:

„Wir alle gehen unseren Weg. Jeder auf seine Weise, in seinem Tempo, nach seinem persönlichen Zeitplan. Wir treffen ander Menschen auf dem Weg, Tavernen, Wälder, Berge. Eigentlich wie in einem richtigen Fantasy Roman. Wir erleben unsere Abenteuer doch sehen dies oft nicht. Doch darum geht es nicht. Es geht darum, dass wir den Weg gehen. Jajaja ‘Der Weg ist das Ziel’ wir alle wissen das, also geh weiter und lass uns in Ruhe. Zu einem bestimmten Zeitpunkt passiert jedem von uns folgendes: Wir haben ein gewisses Marschtempo, haben eine ungefähre Routine wann wir rasten, wann wir schlafen. Wir können in etwa einschätzen welche Entfernung wir zurücklegen werden, wenn wir so lange marschieren und so lange rasten. Wir sehen Leute, die auch in unsere Richtung gehen. Doch dann, eines Abends kommt uns jemand entgegen. Zuerst vermuten wir, er hat etwas auf dem Weg verloren, doch sein Rucksack ist fest geschnürrt und sein Blick ist fest und entschlossen, so wie der unsere. Als er uns jedoch erblickt, reagiert er genauso verwirrt wie wir. Er schüttelt den Kopf und geht weiter seines Weges. Einen Tag später sehen wir zwei Wanderer, die uns entgegen kommen. Ihr fröhlicher Plausch erstirbt, als sie uns entdecken. Erneut nur unverständliches Kopfschütteln von den beiden und schweigen. Wir machen uns Gedanken. Irgendetwas stimmt doch nicht. Mit jedem Tag nimmt die Anzahl derer, die uns entgegenkommen immer mehr zu. Ab und zu werden wir angesprochen, doch umzudrehen und ob wir nicht mit ihnen zusammen reisen wollen. Doch wir bleiben auf unserem Weg. Das Ganze wirkt unheimlich. Eines Tages müssen wir sogar einen Umweg durch den unübersichtlichen Wald nehmen, weil uns eine so riesige Menschenmenge entgegenkommt, dass wir uns nicht hindurchzwängen können. Ausserdem wäre die Scham zu groß. Abends sitzen wir am Lager. Total aufgelöst von dem Ereignis. Hilflos. Und jetzt kommen wir zum Kern. Zur Quintessenz. Wir alle gehen unseren Weg. Es ist nicht wichtig, ob unser Weg der richtige ist. ‘Recht haben ist nicht schwer, Recht bekommen umso mehr’. Wir können als einzelner noch so überzeugt von unserer Lebensphilosophie sein und noch so gute Argumente haben. Wenn eine Masse voller Idioten uns entgegenkommt und uns ihre Weisheiten aufzwingen will, gehen wir entweder mit ihnen oder um sie herum. Es geht nicht darum, auf dem Weg zu bleiben. Oder besser gesagt: Den Weg zu wissen, es geht darum, dass wir wissen wann wir lieber die Schleichwege nehmen und wann wir die Hauptstraße benutzen. Egal welche Umwege ihr gehen müsst: Geht sie! Ein Umweg ist auch ein Weg. Ein Umweg ist immer noch besser als der Weg zurück.

Mad world.

•11. Oktober 2011 • 1 Kommentar

I find it kinda funny, I find it kinda sad: The dreams in which I’m dying are the best I’ve ever had.

Synthie.

•1. Oktober 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Augen zu. Synthie Beats. Rein durchs Ohr. Durch die Gehörgänge. Durch die Brust. Ins Herz. Mein Herzschlag passt sich den BPM an. Wenn dein Vorbild dir erzählt, dass er von extremen Angstattacken geplagt wird. Paranoia. Den Teufel im Spiegel sieht. Denkt, dass er den Verstand verloren hat. Du endlich wen findest, der auch ein paar durchgebrannte Birnen hat. Mit einem Knopfdruck wird die Musik abgespielt. Die Melodien breiten sich aus zu einem See. Dunke. Unbekannt. Rein da! Erkunden! Sich treiben lassen. Augen zu. Herzschlag. Wohlfühlgefühl. Bombe.

 
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