Mit weit aufgerissenen Augen stehe ich da, sprachlos und starre auf die beiden Personen vor mir. Die eine vertraut wie fast keine andere. Hab ich doch so vieles aus meinem Leben mit Ihr geteilt. Haben wir uns doch mit der kompletten Gefühlspallette gegenseitig bombardiert, liebkost und gestreichelt. Nur ein wenig Jünger als ich. Äußerlich. Als ich das kleine Mädchen neben ihr erblicke, kommen mir die Tränen. Noch nie war es mir erlaubt, solch ein wunderhübsches Kind zu erblicken. Goldene wirre Löckchen kräuseln sich wild auf ihrem Kopf. Augen weich wie ein Daunenkissen. Ein Stupsnäschen, das auf dem bezaubernden Gesicht wie die Kirsche auf dem Sahnehäubchen sitzt. Nicht zu auffällig, doch nicht zu übersehen. „Na los. Geh zu ihm.“ Flüstert die Große der Kleinen ermutigend ins Ohr. Mit einem ebenso fasziniertem Gesichtsausdruck, wie der meine schreitet sie langsam, doch sicher mir entgegen. Meine Füße versagen mir den Dienst und ich muss mich hinknien um nicht umzufallen. Ich spüre die Nässe der Tränen auf meiner Wange nicht, die mir entgleiten als ich meine Hand nach dem kleinen Engel vor mir ausstrecke und ihr sanft über die Wange streiche. Sie beginnt zu lächeln, als ich sie berühre, schliesst die Augen, legt ihr kleines Händchen auf die meine und reibt ihrem Kopf an meiner Hand. Dann öffnet sie die Augen, fällt mir um den Hals um mir einen Kuss auf die Wange zu drücken. Danach flüstert sie mir ins Ohr: „Hallo Papi.“ Eine Welle des Glücks durchfährt mich und es ist vorbei. Die Tränen brechen in Fluten aus mir heraus und bahnen sich ihren Weg nach unten. In dem Moment erkannte ich, dass es um mich geschehen war. Ich habe mein Glück gefundne. Meinen Engel. Ich wusste sofort, als ich ihr in die Augen sah, dass ich alles für dieses kleine Wesen tun werde. Alles.
Noch war es nur ein Traum.
Noch.
Ein klein wenig noch.
Dann ist es soweit.
Dann bin ich für dich da.
Mein kleiner Engel.
Warte noch ein wenig auf mich.
Ja?
Ich Liebe Dich.