“Er erwartete von Nina oder Sonja keine echte Liebe, so wie er für sie keine empfand. War das alles nur ein sich in die länge ziehendes Spiel a la famille? Vielleicht. Aber anscheinend gefiel das Nina. Das Kind verstand sowieso nichts. Die Anwesenheit von Erwachsenen in seinem Leben war etwas Selbstverständliches. Seine Eltern hatte es nie wieder erwähnt. Vielleicht sollte er es versuchen, sowohl Nina als auch Sonja wirklich zu lieben? Damit sie ihn auch lieben könnten und ihr seltsames Verhältnis sich in eine echte Familiengemeinschaft verwandeln würde?” aus: Andrej Kurkow – Picknick auf dem Eis
Sternstunde.
•17. Januar 2010 • Hinterlasse einen Kommentar
Träume sind wie Sterne. Sie leuchten hell an unserem persönlichem Himmel. Sie weisen uns stets die Richtung in die wir gehen wollen.
Wir gehen stets auf sie zu, weil sie so weit weg, ja gar unerreichbar sind. Auf Zehenspitzen stehend versuchen wir sie zu ergreifen.
Verrenkt und verbogen versuchen wir unseren Träumen näher zu kommen.
Es ist ein Traum von uns, dass wir unsere Träume erfüllen.
Doch Träume sind wie Sterne.
Selbst wenn wir sie noch strahlen sehen. So sind sie doch schon längst erloschen.
Und wenn wir ihr Licht nichtmehr sehen, ärgern wir uns.
Unfähig zu sehen.
Dass wenn wir einen Stern berühren wollen.
Wir uns lediglich bücken und den Boden berühren müssen.
Träume sind wie Sterne.
Sie sind näher und greifbarer als wir denken.
—
Nochmals Danke.
Söldnerleben
•10. Januar 2010 • Hinterlasse einen KommentarVorgabe: Elemente die vorkommen müssen: Die Farbe Rot. Hoffnung. Ein Supermarkt. Mindestens zwei Personen
Vorsichtig spähte ich hinter dem Steinblock vor, der mein Versteck war. 3 Schmuggler patroullierten vor dem zerbombten Gebäude. “Wie unauffällig. Wachköter vor nem zerbombten Supermarkt. Mal schaun was die Kleinkinder so mit sich rumtragen.” Ich griff in meine Gürteltasche, um das Fernglas herauszuholen doch bekam weichen Stoff zu fassen. Zögernd zog ich das rote Halstuch heraus und betrachtete es, während meine Erinnerungen zu dem einen Moment zurücksprangen. Wir waren das perfekte Team. Unberechenbar. Unbesiegbar. Unzertrennlich. Bis vor ein paar Jahren jedenfalls. Es war wie in einem der schlechten Hollywoodstreifen. Unser letzter Job. Danach wollten wir aufhören. Für immer aussteigen und ein friedliches Leben führen. Als ob das in einer von einem Atomkrieg verkrüppelten Welt, in der das Chaos regierte, jemals möglich wär. Wie naiv wir doch waren. Der Auftrag war zwar gefährlich, dafür jedoch simpel gewesen. “Findet den Kerl, der uns unsere Söldner zerfetzt, als würde er in nem Mähdrescher durch unsere Gilde walzen und zeigt ihm was es bedeutet sich mit uns anzulegen!” Es war der Perfekte Job zum aussteigen. Nachdem dieser verpestete Bastard ausgeschaltet sein war, hätte die Gilde alleine auf sich aufpassen können und wir hätten unsere Ruhe gehabt. Doch erstens: Kommt es anders. Zweitens: Als man denkt. Dieser Söldnerjäger war ein alter Bekannter von uns. Wir hatten schon des öfteren das Vergnügen mit ihm bei dem einen oder anderen Auftragsmord. Achja.. Und er war mein Bruder. Das machte es natürlich um einiges leichter ihn zu lokalisieren und an ihn heranzukommen. Er war schon immer wegen meines Mädchens auf mich eifersüchtig gewesen und hatte ihr oft genug angeboten, mich im Stich zu lassen und sich ihm anzuschließen. Doch sie hatte ihm jedes mal aufs neue die kalte Schulter gezeigt. Blind vor Hoffnung, endlich diesem endlosen Kreislauf der Gewalt zu entkommen nahmen wir den Auftrag selbstverständlich an. Wir waren nach all der Zeit noch immer zu Naiv, dass wir nicht bemerkten, dass das alles nur eine Farce war. Ein abgekartetes Spiel zwischen meinem Bruder und dem Gildenrat. Wir waren erfolgreich und unabhängig. Der Rat hatte nie die Kontrolle über uns, was ihm natürlich nicht passte. Mein Bruder bot ihnen an uns aus dem Weg zu räumen und danach unter ihrer Kontrolle unser Geschäft weiterzuführen. Sie lauerten uns im Flugzeugfriedhof auf. Eine Gegend voller Flugzeugwracks die damals alle mit einem Schlag durch ein magnetisches Kraftfeld zum Absturz gebracht wurden. Gerade als wir meinen Bruder in die Enge getrieben hatten, schlugen die Scharfschützen zu. Unsere magnetischen Schilde, die alle normalen Kugeln von uns ablenkten, umgingen sie mit Radium Munition. Ein Element, das nach dem fatalen Atomarkrieg entstanden war und überall zuhauf zu finden war. Mein Mädchen wurde regelrecht durchsiebt, da sie sich zuerst nur auf sie konzentrierten. Warum sie mich ignorierten war mir ein Rätsel. Von Wut, Trauer und Furcht gleichzeitig besessen, zog ich sie in einen alten Abfangjäger und versuchte die schlimmsten Blutungen mit Verbänden zu stoppen. Ich küsste sie zum Abschied auf die Stirn, legte ihr mein Glückshalstuch auf die Brust und ging um unseren Job zuende zu bringen. Auch ohne Magnetschilde hatten die Scharfschützen keine Chance gegen mich, jetzt da ich ihre Aufenthaltsorte und ungefähre Anzahl kannte. Ein roter Schleier der Wut legte sich über mich, als ich den ersten dieser Mistkäfer im Visier hatte. Als ich wieder zu mir kam war ich umgeben von abgetrennten armen und zerschossenen Körpern, während ich keinen einzigen Kratzer hatte. Ich schlich mich weiter in Richtung eines riesigen Bombers, in dem ich meinen Bruder vermutete. Doch was mich erwartete war alles andere als ein in die Enge getriebener Feigling. Mein blutdurchtränktes Halstuch war mit einem Jagdmesser an die Cockpittür gepinnt. Das Messer hatte mein Vater damals meinem Bruder zur Männerweihe geschenkt. Furcht kletterte meinem Rücken entlang und ich hastete, im Gedanken ein Stoßgebet nach dem anderen zum Himmel schickend, zurück zum Abfangjäger. Nur um ihn verlassen vorzufinden. Die Botschaft war klar. Er wollte mich nicht umbringen. Er wollte mich demütigen. Er wollte dass ich derjenige bin der sich selbst ein Ende setzt. Was für ein feiger Bastard. Stets in der Hoffnung, dass mein Mädchen noch am Leben war zog ich los um diesen Mistkerl ein Ende zu setzen. Und jetzt kauerte ich halb verhungert vor einem zerbombten Supermarkt, auf der suche nach unverstrahltem Essen. Ich rammte das Tuch zurück in die Tasche und zog das Fernglas heraus, damit ich hier endlich was zwischen die Hauer bekam. 3 Personen. Alle trugen selbstgebastelte Schläger oder Gummiknüppel, jedoch keine Schusswaffen. Dafür hatten alle einen prall gefüllten Granatengürtel um. Möchtegerne die sich durch explosive stärker fühlten. “Dann zeigen wir den Kindern mal, wie man mit diesen Kugeln umgeht.” Granaten und Granatenwerfer waren längst veraltet. Mittlerweile gab es Waffen, in der Größe einer normalen Handfeuerwaffen, die explosive, selbsthaftende Projektile verschossen, die man auf Knopfdruck zum Explodieren bringen konnte. Glücklicherweise war ich im Besitz einer solchen “Handfeuerwaffe”. Praktisch an diesen Geräten war, dass man sie mit jeglicher Art von Aufsätzen ausstatten konnte. So war es für mich ein leichtes, mit meinem aufgesetzten Zielfernrohr mein Vorgehen präzise durchzuführen. Die zwei schwächer wirkenden lehnten an einem alten Auto, während ihr, wich es vermutete, Anführer vor ihnen Stand und etwas zu erzählen schien. Ich zielte auf eine Granate die in seiner Leistengegend hang und feuerte das Projektil ab. Langsam zählte ich die Sekunden, während ich mich aufrichtete und Langsam in die Richtung der Hohlköpfe ging. Ich hatte den Zeitzünder auf 10 Sekunden gestellt. “Hey Boss sieh mal! Frischfleisch!” 9. 8. 7. Stirnruzelnd blieb ich stehen. “Also meine Herren, ich muss doch bitten!” erwiederte ich schockiert. 6. 5. 4. “Was willst du hier?” bellte der “Anführer”. 3. Lächelnd erwiederte ich: “Ach nur etwas für mein Mittagsmahl einkaufen.” 2. Verdutzt drehten sich die drei zum zerbombten Supermarkt um. 1. 0. “Mahlzeit.”
Zärtliche Berührungen. (Plitsch Platsch)
•10. Januar 2010 • Hinterlasse einen KommentarDie Tür ist abgesperrt. Prima. Musik an, rauf aufs Fahrrad und ab nach Hause. Meine Hand gleitet in die leere Hosentasche. Nein! Den Player zuhause vergessen! Jetzt bin ich die ganze Fahrt über schutzlos meinen Gedanken ausgeliefert. Verdammter Mist! Zähneknirschend steig ich auf meinen abgenutzten alten Drahtesel und fahr hinaus in den Regen. Das Rad ist zwar alt und abgenutzt, aber tut noch immer seine Dienste. Es fährt. Auch wenn Vorder- und Hinterrad nichtmehr 100% voller Luft sind und sich das eine oder andere kleine Loch im Schlauch breit gemacht hat. Auch wenn das Vorderlicht einen Wackelkontakt hat und auf einmal plötzlich ohne Grund ausfällt, sobald die Polizei an mir vorbeifährt. Auch wenn die Gangschaltung beschlossen hat, ihre Dienste nach ihrem Belieben automatisch zu übernehmen. (während dem mühsamen erklimmen des Berges auf einmal 3 Gänge hochschalten.) Es fährt trotz all dieser Macken und irgendwie hab ich es sogar gerade deswegen lieb gewonnen. Ich komme gerade an der Ampel an (die Natürlich sofort auf Rot umspringt, als sie mich erblickt.) und bemerke jetzt erst richtig das Geschehen um mich herum. Die Geräusche der vorbeifahrenden Autos. Die Gespräche umherspazierender Päärchen. Und.. Das sanfte Plätschern des Regens. “Regen” ist eigentlich übertrieben. Es Nieselt. Es ist als ob er sagen will: “Keine Angst, ich verpasse dir keine zweite Dusche – die du im übrigen dringend nötig hättest, aber das ist nur meine Ansicht – ich will dir nur zeigen: Ich bin da.”. Es ist kein nerviges geplätscher. Kein stürmischer Niederschlag. Es ist eine zärtliche Berührung. Jeder einzelne kleine Tropfen kühlt meine, vom ewigen Gedankenchaos, erhitzte Stirn. Glättet meine von der Arbeit zerzausten Haare. Und spült die Müdigkeit von meinen Augenliedern. Es ist als ob all die Tropfen eine einzige Hand formen, die behutsam über meinen Kopf streichelt und darauf achtet, dass ich sicher und wohl behütet nach Hause komme. Die Kreuzung ist frei. Die Ampel Grün. Auf gehts. Meine Gangschaltung hat beschlossen, diesmal den gesamten Berg lang im ersten Gang zu bleiben. Das Licht funktioniert bis jetzt noch Tadellos. Da meine “schützende” Mauer, bestehend aus der Musik meines MP3 Players, diesmal nicht bei mir ist, nehme ich zum ersten Mal seit langem die Stimme des Regens wahr. Das beruhigende Flüstern in meinen Ohren, während die schützende Hand noch immer über meinem Kopf verweilt. Es ist, als ob ich zum ersten mal seit langem nichtmehr Einsam bin. Ein, zwar unsichtbarer, aber doch eindeutig erkennbarer Begleiter auf meinem Weg nach Hause. Keine Polizei, die die Strassentauglichkeit meines Rads überprüfen will. Keine plötzlichen Lichtausfälle. Keine Sprünge in der Gangschaltung. Tatsächlich. Jemand hat die ganze Fahrt über auf mich aufgepasst. Und egal wie Sanft mein Begleiter war. Ich stelle fest wie extrem Kraftvoll und mächtig er ist, als ich vor meiner Haustüre stehe und das Wasser aus meinen Schuhe quillt, meine Hose von oben bist unten durchtränkt ist. Ich bücke mich gerade, um den Schlüssel aufzuheben der mir heruntergefallen ist. Als eine Ladung wasser, die sich in meiner Kaputze angesammelt hat über meinen Kopf schwappt. Verwundert blinzel ich gen Himmel und mir bleibt nichts alles anderes übrig als mich Respektvoll vor meinem Begleiter zu verbeugen. Dem Nieselregen.
Abwärts.
•1. Januar 2010 • Hinterlasse einen KommentarWieder einmal sitze ich auf meinem Felsen an der Klippe. Geistesabwesend starre ich in die Ferne.
Langsam puste ich in dem Zigarettenstummel, den ich im Mundwinkel hängen habe und beobachte, wie der Tabak zurück in die Zigarette kehrt. All der Rauch wird aus meiner Lunge gesogen.
Dort wo ich hingehe brauche ich mich nicht mit Nebel zu umhüllen und darin zu verstecken.
Man würde mich so oder so sehen.
Ich setze die Halbleere Schnapsflasche an und lasse den Alkohol aus meinen Blutbahnen zurück in die Flasche laufen.
Dort wo ich hingehe brauche ich mich nicht zu betäuben um den Schmerz erträglicher zu machen.
Der Schmerz selbst wird mein Betäubungsmittel sein.
Die vor mir ausgebreiteten Karten werden in die Schachtel geräumt und verschweißt.
Dort wo ich hingehe brauche ich kein Glückspiel.
Mein Erfolg wird dort nur durch meine eigene Kraft entschieden.
All das lege ich zusammen mit meinen Kleidern auf einen Haufen neben den Felsen.
Für die nächste Person, die den selben Weg wie ich gehen muss.
Mit geschlossenen Augen streife ich ein letztes mal über meinen nackten Körper.
Nicht aus Kälte. Sondern um Lebewohl zu sagen. Lebewohl zu dieser narbenlosen unversehrten Hülle die mich doch so lange geschützt hat.
Dort wo ich hingehe brauche ich keine Hülle.
Sie könnte mich eh nicht schützen.
Wenn ich zurückkomme werden meine narbenübersähten Hände an der Klippe hängen.
Nicht weil ich mich am Berg hochziehen und ihn erklimmen will.
Sondern weil ich ihn in die Knie zwingen und ihn dazu bringen werde, zu versuchen mich zu erklimmen.
Dort unten werde ich sterben.
Um neu aufzuerstehen.
Um erneut zu sterben.
Und wieder auferstehen.
Um zu sterben.
Eine Welt wird ausgelöscht werden.
Um eine neue zu erschaffen.
Immer und immer wieder.
Ich freue mich jetzt schon darauf.
Rückkehr.
•16. Dezember 2009 • 1 KommentarJeder von uns hat regelmäßig eine Reise vor sich. Sei es nun zum Mittelpunkt der Erde oder zum Mittelpunkt seines inneren. Sie bedeutet in jedem Fall eines: Veränderung. Diese Reise ist oft nicht als dieses erkennbar. Ob man nun in ein künstliches Koma versetzt wird, damit seine Krankheit behandelt werden kann, oder mit seinem Schiff nichtmehr weitersegeln kann, da die Segel zu beschädigt sind und man es zuerst reparieren muss, all diese Reisen haben immer ein gemeinsames Resultat: Veränderung. Immer mal wieder muss sich jeder die Zeit für seine eigene Reise nehmen. Wichtig ist dabei die Einstellung. Ich dachte eine lange Zeit, dass es am besten ist ohne Erwartungen an eine Sache heranzugehen, da Erwartungen nie erfüllt werden können. Das ist kompletter Schwachsinn. Wir setzen erwartungen DAMIT wir enttäuscht werden. Enttäuschungen sind ein wichtiger Bestandteil auf unserer Reise zur inneren Wahrheit. Nur durch Erwartungen können wir doch herausfinden, was wir wollen oder nicht. Wenn du nichts erwartest kannst du auch nichts gewinnen. Dir fehlt dann der Ansporn dazu. Der Biss. Die Erfolgsgeilheit. Der Drive. Und so weiter und so fort. Viele Leute sind schockiert oder verängstigt vor diesen Reisen, da sie sie als Depressionen oder Krisen ansehen. Natürlich sind sie das aus einem bestimmten Blickwinkel, doch ist es absolut falsch diese Krisen zu vermeiden. “Es gibt Höhen und Tiefen im Leben. Wir nutzen nur die Höhen aus.” In all diesen “Abstürzen” – egal welcher Natur- sammeln wir doch nur Schwung für den nächsten Aufstieg. Wenn die Krankheit besiegt ist, oder der Patient stabil ist, wird er aus dem künstlichen Koma wiedererweckt. Die Seefahrt geht weiter, wenn das Segel repariert ist. Die Depression geht vorbei wenn man den Kampf gewonnen hat. Krisen sind immer ein Anzeichen für Arbeit. Deswegen fürchten sie meiner Meinung nach so extrem viele Leute davor. Menschen die sich Impfen lassen, weil sie Angst haben Krank zu werden und an der Krankheit zu sterben. Und dann.. sterben sie 2 Wochen später in einem Autounfall. Manchmal liegen die Lösungen näher, als wir denken. Wichtig ist, dass wir von uns selber erwarten, diese zu finden.
Zeitriss.
•5. Dezember 2009 • 1 Kommentar
Mit weit aufgerissenen Augen stehe ich da, sprachlos und starre auf die beiden Personen vor mir. Die eine vertraut wie fast keine andere. Hab ich doch so vieles aus meinem Leben mit Ihr geteilt. Haben wir uns doch mit der kompletten Gefühlspallette gegenseitig bombardiert, liebkost und gestreichelt. Nur ein wenig Jünger als ich. Äußerlich. Als ich das kleine Mädchen neben ihr erblicke, kommen mir die Tränen. Noch nie war es mir erlaubt, solch ein wunderhübsches Kind zu erblicken. Goldene wirre Löckchen kräuseln sich wild auf ihrem Kopf. Augen weich wie ein Daunenkissen. Ein Stupsnäschen, das auf dem bezaubernden Gesicht wie die Kirsche auf dem Sahnehäubchen sitzt. Nicht zu auffällig, doch nicht zu übersehen. “Na los. Geh zu ihm.” Flüstert die Große der Kleinen ermutigend ins Ohr. Mit einem ebenso fasziniertem Gesichtsausdruck, wie der meine schreitet sie langsam, doch sicher mir entgegen. Meine Füße versagen mir den Dienst und ich muss mich hinknien um nicht umzufallen. Ich spüre die Nässe der Tränen auf meiner Wange nicht, die mir entgleiten als ich meine Hand nach dem kleinen Engel vor mir ausstrecke und ihr sanft über die Wange streiche. Sie beginnt zu lächeln, als ich sie berühre, schliesst die Augen, legt ihr kleines Händchen auf die meine und reibt ihrem Kopf an meiner Hand. Dann öffnet sie die Augen, fällt mir um den Hals um mir einen Kuss auf die Wange zu drücken. Danach flüstert sie mir ins Ohr: “Hallo Papi.” Eine Welle des Glücks durchfährt mich und es ist vorbei. Die Tränen brechen in Fluten aus mir heraus und bahnen sich ihren Weg nach unten. In dem Moment erkannte ich, dass es um mich geschehen war. Ich habe mein Glück gefundne. Meinen Engel. Ich wusste sofort, als ich ihr in die Augen sah, dass ich alles für dieses kleine Wesen tun werde. Alles.
Noch war es nur ein Traum.
Noch.
Ein klein wenig noch.
Dann ist es soweit.
Dann bin ich für dich da.
Mein kleiner Engel.
Warte noch ein wenig auf mich.
Ja?
Ich Liebe Dich.
geglückt?
•19. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar
Siehst du. Was hast du denn? Du wolltest mir immer helfen. Wolltest dass ich dir vertraue. Und jetzt hast du mich mit einer einzigen Frage aus diesem ganzen gehabe herausgerissen.
“Bist du glücklich?”
Nein, ich bin nicht glücklich. Es war einmal wieder das übliche. Ich habe mich wiedereinmal selbst belogen. “Jawoll jawoll sie ist es!” Und habe tagtäglich das ungute bauchgefühl in die Ecke geschoben.
Nein sie ist es nicht. Dafür sind wir zu unterschiedlich. Diese Unterschiede schaffen auch eine psychische Distanz zueinander.
Wie immer höre ich im Hinterkopf “Komm! Lass dir die Chance nicht entgehen!”
Doch diesmal ist es anders.
Nein. Es ist total gleich.
Deswegen ist es auch diesmal so einfach.
Es tut gut Nein zu sagen anstatt auf ein Ja zu hoffen.
Selbst wenn die Frage noch nicht gestellt wurde.
Jemand hat mir vor kurzem eine interessante Anekdote erzählt.
“Und das gequälte Gesicht lächelt.”
Masken. Wir tragen sie alle, jeden tag, rund um die Uhr. Wir verstecken uns meistens nicht vor unseren Mitmenschen, sondern vor uns selbst. Wir meiden jeden Spiegel und dröhnen uns mit Ablenkungen zu, damit wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen müssen. Lösen die Probleme anderer, damit wir die unsere noch etwas länger liegen lassen können. Wir flüchten nur vor uns selbst. Mehr nicht. Wenn wir jemanden belügen, belügen wir uns automatisch selbst. In uns allen steckt unsere eigene persönliche Wahrheit, die wir versuchen zu verschleiern. Weshalb? Weshalb flüchtern wir vor dem göttlichen in uns?
Ich hatte einige Schlüsselmomente in denen mir mein eigenes Versteckspiel aufgefallen ist. Mir wurden öfter Dinge wie “jedesmal wenn ich dich sehe, bist du am Lachen. Du hast immer gute Laune!” gesagt. Das war der Tag an dem ich zum letzten mal so viel gelacht hatte. So UNNATÜRLICH viel. Lachen ist gesund, da stimme ich zu. Doch was ist mit geheucheltem, gequältem und unnatürlichen Lachen?
Eines anderen Tages als ich in einer art Melancholie versunken war und mir Gedanken über mich machte kam genau der gegensätzliche Spruch: “Du hast dein Lachen verloren. Wo ist es hin?” Auch das hat mich wachgerüttelt.
Der Großteil sieht einfach nur das, was ich ihnen präsentiere. Zu bequem um durch diese Maske hindurchzublicken. Zu stark in ihre eigenen Lügen verstrickt, als dass sie die der anderen durchschauen könnten. Ihr wollt nur das sehen, was wir euch auftischen, der Rest ist euch egal. Es wäre zu viel Ehrlichkeit für euch. Zu viel um es handhaben zu können. Genau das trennt die Spreu vom Weizen. Genau dort kommen die wahren Freunde ins Spiel.
Das Leben ist ein einziger Maskenball. An alle die durch die Masken hindurchblicken:
Mein höchster Respekt! Vielen Dank an euch!
–
JD
PS: Danke an N. für deine Frage. Meine treue Schülerin. Du wirst ein großartiger Mensch werden. Lass den Hass hinter dir. Das hast du nicht nötig.
Wörtlich gefragt.
•3. November 2009 • Hinterlasse einen KommentarSie fragte:
“Stehst du zu deinem Wort?”
Ich sagte:
“Würde es zu mir stehen?”
–
JD
Dein Weg nach unten.
•2. Oktober 2009 • Hinterlasse einen KommentarIch hab dich gern.
Deswegen werde ich wieder dorthin zurück gehen.
Deswegen werde ich vor den Treppen stehen.
Vor deinem “Thron”.
Hände in den Hosentaschen.
Verwelkte Blätter werden vom Wind um meine Füße herumgewirbelt.
Ich muss lächeln, wenn ich an damals denke.
Siehst du? Ich sage jetzt schon damals.
Ich werde dorthin gehen.
Weil ich mich entschuldigen wollte.
Es tut mir leid.
Ehrlich.
Ich werde dort stehen.
Ganz unten vor der ersten Stufe und Werde die Hand nach oben Strecken.
Ich habe dich dort hoch gehoben und jetzt will ich dich wieder zu uns holen.
Du wolltest nie ein Vorbild sein.
Du wolltest normal sein.
Gewöhnlich.
Gewohnheiten haben.
Ich streck dir die Hand entgegen.
Es wird Zeit, dass du das bekommst, was dir zusteht.
Du wirst die Hand nicht nehmen, das ist mir bewusst.
Und das sollst du auch nicht.
Du sollst nur sehen, dass hier unten noch Platz genug ist, im gegensatz zu dort oben.
Dort ist nicht dein Platz.
Ich will dir das geben, weswegen du hier bist.
Ich mag traurige geschichten.
Doch bei dieser hier.
Will ich dass es ein Happy End gibt.
Nein.
Kein Ende.
Es gibt “Happy”.
So werde ich nun dort stehen.
Am fuße der verrosteten und von den täglichen sbahn-Fahrern zerlaufenen Stufen.
Das einzige was an diesem Ort noch scheint, ist das künstliche Licht drumherum.
Achte auf meine Hand.
Lass dir den Weg zeigen.
Und dann lauf los.
Warte nicht auf mich, ich komme nach. Versprochen.
Lauf los!
Lauf!
—
J.D.
